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Die Wanderung beginnt am Bahnhof Bad Schandau und führt über den Gohrisch (Berg) zum Pfaffenstein, durch Pfaffendorf und über die "Schöne Aussicht" nach Königstein. Die Tour erfordert festes Wanderschuhwerk. Große Teile der Strecke sind schattig. Eine Wanderung zu zweit ist empfehlenswert und ein Navi als Begleiter sehr nützlich.

Wie schon bei der Tour 075 zum Papststein habe ich auch diese Route nach Wanderkarte und Onlinematerial geplant und habe mich dann auf die Reise gemacht. Und auch hier wurde ich am Anfang wieder überrascht. Diese Story möchte ich nicht unterschlagen. Lachend

Auf offiziellen Wanderkarten ist westlich von Bad Schandau der Hörnel-Wanderweg zu finden. Er beginnt direkt an der B172 kurz nach der Einmündung der Kreisstraße nach Gohrisch. Laut Karte liegt dort kein Ort. Demnach habe ich einen kleinen Zugang vom Elbufer oder einen Gehweg (ähnlich der S169 östlich von Bad Schandau) erwartet. Soweit die Theorie. Zwinkernd

Praktisch bin ich frohen Mutes vom Bahnhof hoch zur Brücke zur B172 gelaufen und habe tatsächlich einen Gehweg beidseitig der Straße vorgefunden, der über die Brücke führt... und dann endet. Am rechten Fahrbahnrand gibt es anschließend Leitplanken vor dem Abgrund und am linken Rand eine weiße Fahrbahnmarkierung mit ca. 1 m Abstand vom Felsen. Es war Samstag vormittag und vermutlich recht wenig Verkehr. Da weit und breit kein weiterer Wanderer oder Radfahrer in Sicht war, habe ich das ein Stückchen allein getestet, genauer ca. 50 m. Dann wird der Gehstreifen noch schmaler und die B172 beschreibt eine Linkskurve. Hier kamen mir dann in einiger Entfernung mehrere Autos, Transporter und ein Bus entgegen. Überrascht Ich sage es mal so: Theoretisch kann man hier vielleicht entlang gehen, aber wenn einem sein Leben lieb ist, dreht man um. Man stelle sich das Gesicht eines Autofahrers vor, der aus seiner Richtung eine Rechtskurve fährt und wegen der Felsen den entgegenkommenden Verkehr nicht sieht. Er wird so weit wie möglich rechts fahren und genau dort läuft man als Wanderer und jagt einem Autofahrer einen riesen Schreck ein. Brüllend


Also bin ich umgekehrt und habe von Bad Schandau aus den Weg von Wanderung 075 als Aufgang genutzt. Ich habe mich diesmal frei an Waldwegen und Pfadspuren mit Hilfe des Navi so orientiert, dass ich parallel zur Elbe Richtung Kreisstraße nach Gohrisch (Schandauer Straße (K8743)) gelaufen bin. Zum einen wollte ich zum Hörnelweg und zum anderen erkunden, wo dort der Wanderaufgang sein soll.

Der Weg durch den Wald ist herrlich ruhig und abgeschieden. Mir ist kein Wanderer begegnet und sogar die Mücken hatten keinen Appetit. Nach etwas über einer Stunde erreicht man die Schandauer Straße (K8743). Der Herkunftsweg ist ausgeschildert, nur von einem weiterführenden Wanderweg fehlte jede Spur. Die Kreisstraße verläuft hier durch ein Tal. Links und rechts erstreckt sich der Wald steil nach oben an den Elbfelsen. Auf der Straße ist für Fußgänger eigentlich kein Platz. Tja, was nun? Die Lösung bestand in einem Wechsel der Straßenseite. Nach ca. 50 m kann man in Richtung Elbe links unten am flachen Waldsaum wandern. Ziel der Suche war ein Aufgang zum Hörnelweg. Cool Inzwischen beschlich mich der Verdacht, dass der Hörnelweg genau wie mein Herkunftsweg einfach so auf der Straße enden könnte.

Die Schandauer Straße mündet in einer S-Kurve direkt auf die B172, welche auf einer Hochtrasse entlang der Felsen verläuft. Unter der B172 gibt es einen Brückenbogen, der jedoch nur zu einem Grundstück vor dem Elbufer führt. Weit und breit kein Zugang zum Hörnelweg zu sehen. Schließlich bin ich einfach quer den Wald hinauf gelaufen. Und tatsächlich erreicht man nach 3 min den Hörnelweg, der am Hang oberhalb der Straße entlang führt.


Von Neugier getrieben, bin ich den Weg bis zum Elb-seitigen Ende gelaufen und tatsächlich: er endet genau auf der B172! Die Leitplanke ist hier geöffnet. Kaum zu fassen steht dort ein Wegweiser: "Bahnhof/Fähre. Vorsicht! 300 m ohne Fußweg". Wie guckt man eigentlich als Wanderer, wenn man abends hier ankommt und dann 300 m auf der B172 entlang laufen muss, weil man sonst nicht mehr nach Hause kommt? Stirnrunzelnd

Von hier ab verlief die Tour dann wie von Anfang an geplant über den Hörnelweg.

Also, ich sehe zwei Möglichkeiten für Nachahmer:

1. Meinen Weg laufen und am unteren Verlauf der Kreisstraße Nähe der S-Kurve direkt den Wald hinauf zum Hörnelweg laufen. Sucherei kann man sich sparen, denn es gibt keinen Wegzugang.

2. Mit dem Bus von Bad Schandau nach Gorisch fahren. Damit verliert man die komplette Kammroute über den Hörnelweg und den Kammweg.

Ich rate davon ab, die B172 entlang zu laufen, selbst wenn es theoretisch erlaubt ist.


Der Hörnelweg führt den Berg hinauf zum Kammweg. Zuerst erreicht man den schönen Aussichtspunkt "Annas Ruh" mit herrlichem Blick durch den Wald hindurch auf das Elbtal flußaufwärts. Hier befindet sich auch eine Bank zum Verweilen. Der Kammweg ist fast die gesamte Strecke ein gut sichtbarer Waldweg und nur auf kurzen Stücken eine schwer sichtbare Pfadspur. Hier leistet das Navi gute Dienste. Markiert ist der Weg in größeren Abständen durch Pfähle mit neonorangen Enden (Foto 2).

Der Kammweg führt parallel zur Straße oberhalb auf den Felsen entlang. Die Sandsteine sind hier komplett bewaldet. Eine Zwischenstation bietet die Bank auf dem Großen Spitzhübel (Foto 2). Nach ca. 30 Minuten mündet der Kammweg kurz vor dem Kurort Gohrisch auf die Kreisstraße. Die Kreisstraße wird überquert. Gegenüber geht die Strecke ca. 15 min weiter auf der Neuen Jäke und quer durch den Wald auf weiteren Waldwegen bis zur Papstdorfer Straße (K8744).

Auf der anderen Straßenseite beginnt linker Hand ein breiter Waldweg der nach 10 Minuten auf den Malerweg mündet. Dem Malerweg folgt man und gelangt auf den Gohrisch. Der Aufstieg verläuft über Sandsteintreppen und Metall- und Holzstufen. Auf dem Gohrisch gibt es viele kleine Aussichtspunkte, die man in Ruhe genießen kann. Man hat einen guten Blick auf die benachbarten Sandsteinberge Papststein, den dahinter liegenden Kleinhennersdorfer Stein, die Festung Königstein, den Lilienstein und den Pfaffenstein. Vor einigen Jahren wurde auf dem Gohrisch eine neue kleine Schutzhütte gebaut, wo man gut rasten kann. Es gibt hier keine Berggaststätte. Dafür ist der Felsen insgesamt zu klein.

Für den Abstieg habe ich den gleichen Weg wie beim Aufstieg gewählt, weil die Route weiter zum Pfaffenstein führt. Vom Gohrisch geht es Richtung Südwesten geradewegs weiter zum Balzweg. Hier biegt man rechts ab und folgt dem Weg bis zur Kreuzung mit dem Muselweg / Gohrischer Steig.

!!! Alternative am Wegpunkt "Wegwahl": Man könnte hier die Route direkt abkürzen und geradeaus (siehe Wegweiser) über Pfaffendorf nach Königstein zum Bahnhof laufen.

Möchte man zum Pfaffenstein geht es links weiter über den Gohrischer Steig Richtung Südosten bis zur nächsten Wegkreuzung kurz vor der Straße. Hier biegt man rechts ab nach Südwesten und gelangt nach 2 min an eine Straßenkreuzung. Man muss die Kreuzung überqueren und rechts gegenüber den Todweg nehmen. Dieser führt über mehrere kleine Wegabschnitte weiter nach Westen zur Pfaffensteinpromenade, einem breiten befestigten Waldweg.

Die Pfaffensteinpromenade führt in einem großen Bogen in Uhrzeigersinn westlich um den Pfaffenstein herum, bis man an eine Wegkreuzung mit vielen Hinweisschildern gelangt, die sowohl den Aufstieg zum Pfaffenstein als auch zum Restaurant weisen. Nun folgt man der Straße nach oben. Für den Aufstieg gibt es alternative Routen. Sie führen aber alle über Sandsteintreppen und/oder Metalltreppen und Holzstufen auf das Gipfel-Platteau.

Der Pfaffenstein ist mehrere Hektar groß und bietet viele Aussichtspunkte. Ebenso gibt es viele benannte Steine, unter ihnen der berühmteste die Barbarine. In der Mitte vom Platteau befinden sich ein Bergrestaurant und ein Aussichtsturm sowie Ausstellungsräume. Die Öffnungszeiten sind April bis Oktober: täglich 11.00 Uhr bis mind. 18.00 Uhr. Im Winter ist an den Wochenenden geöffnet. Im Hochsommer ist bis 21 Uhr geöffnet. Auf dem Pfaffenstein habe ich mich mit dem Navi orientiert, um mich gezielt Richtung Abstieg zu bewegen. Der Abstieg nach Norden durch das Nadelöhr ist steil und verläuft über sehr viele Metallstufen und Treppen. Durch den Wald erreicht man am Fuß eine überdachte Picknickstelle und kann verschnaufen.

Die Querung durch Pfaffendorf ist ohne Schatten. Auf dem Pfaffensteinweg gelangt man vom Pfaffenstein nach Pfaffendorf und findet auch gleich noch ein Restaurant rechts des Weges. Die Strecke führt am Parkplatz vorbei zur großen Kreuzung, dort rechts abbiegen auf die Pfaffendorfer Straße bergauf und dann weiter links bergauf immer der Straße folgen. Nach einigen Minuten steilem Stapfen geht links vor den Häusern die Heidepromenade ab. Dieser Wanderweg beginnt zunächst als kleine unbefestigte Straße und verläuft dann als Waldweg weiter oberhalb Pfaffendorf nach Königstein.

An der Heidepromenda gibt es mehrere Bänke zum Rasten. Der Weg führt bis zum Aussichtspunkt "Schöne Aussicht" bei Königstein. Von hier kann man zur Festung und elbabwärts ins Tal schauen. Es schließt sich ein steiler Abstieg an. Von der Schönen Aussicht geht es zunächst serpentinenförmig eine Pfadspur nach unten bis zur Straße Am Heideberg. Dann geht es weiter auf Treppen bis hinunter zur Pfaffenbergstraße.

Rechts abbiegend gelangt man zur Bielatalstraße und zum Kreisverkehr. Von hier sind es nur 2 min zum Bahnhof. Mit etwas Glück ist die Eisdiele am Kreisverkehr geöffnet und man kann sich mit einem Softeis abkühlen. Zwinkernd

 

Zuletzt gewandert: 07.09.2013
Länge: ca. 18 km
Wanderzeit: ca. 5 h ohne Pausen / 7:30 h mit Rast, Mittagessen und Fotopausen
Typ: Streckenkurs
Routenverlauf: Bad Schandau - Schandauer Straße (K8743) - Waldsaum - Hörnelweg - Kammweg - Aussichtspunkt "Annas Ruh" - Neuen Jäke - Papstdorfer Straße (K8744) - Malerweg - Gohrisch - Balzweg - Gohrischer Steig - Todweg - Pfaffensteinpromenade - Pfaffenstein - Bergrestaurant - Nadelöhr - Pfaffensteinweg - Pfaffendorf - Pfaffendorfer Straße - Heidepromenade - Aussichtspunkt "Schöne Aussicht" - Am Heideberg - Pfaffenbergstraße - Bielatalstraße - Königstein
Besondere Hinweise:
  • Rastplätze: unterwegs Bänke, Rastpunkte und Gaststätten
  • Versorgung: Berggasthof Pfaffenstein, Gaststätte Pfaffendorf
  • Verkehrsreiche Straßenquerungen: keine
Landschaft: Wiesen, Felder, Wald, Wohngebiete
Wegtypen: Fußwege
Land- und Forstwirtschaftliche Wege
Waldwege
Pfadspuren
Wegbeschaffenheit: Ortschaften: Asphalt, Pflaster
Wald/Feld: verdichteter Sand/Kies, unbefestigt, sandig, wurzeldurchsetzt, steinig

 

Kartenüberblick:

Karte für Tour 077: Bad Schandau - Gohrisch - Pfaffenstein - Pfaffendorf - Königstein

Copyright: Contributors of OpenStreetMap (CC-BY-SA 2.0)


Profil der Route:

Profil für Tour 077: Bad Schandau - Gohrisch - Pfaffenstein - Pfaffendorf - Königstein

Fotos

Aussichtspunkt Annas Ruh Großer Spitzhübel
Auf dem Gohrisch mit Blick zum Pfaffenstein Auf dem Gohrisch mit Blick zum Lilienstein
Auf dem Gohrisch mit Blick zum Königstein Auf dem Gohrisch mit Blick zum Papststein
Auf dem Pfaffenstein mit Blick zum Königstein Auf dem Pfaffenstein mit Blick zum Lilienstein

 

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