Im aktuellen Kundenmagazin punkt3 zieht die VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel eine positive Bilanz zum Pilotprojekt "Rad im Regio".

Im Mai 2016 startete das Pilotprojekt in Berlin-Brandenburg. Untersucht wurde, wie man die steigende Fahrradmitnahme in den Regionalzügen reibungsloser und bedarfsgerechter abwickelt kann. Die Region Brandenburg verfügt über tausende Kilometer Radweg und erfreut sich eines reichen touristischen Zustroms. Doch insbesondere bei der Fahrradmitnahme können die Regionalbahnen in Stoßzeiten, insbesondere am Wochenende, noch nicht richtig mithalten. Passagiere bleiben wegen Platzmangel auf den Bahnhöfen zurück, Stellplätze im Zug sind durch sitzende Reisende blockiert, enge Räume verzögern den Ein- und Ausstieg und bringen den Fahrplan durcheinander.

Als Pilotlinien wurden die RE 2, RE 3, RE 4 und RE 5 auserkoren. Die Züge tragen an den Fahrradabteilen deutlich sichtbare Fahrradsymbole. Um die Belegung mit sitzenden Fahrgästen - die meist wenig rücksichtsvoll sind und lt. Beförderungsordnung auch Vorrang haben - zu reduzieren, wurden im ersten und letzten Wagen jedes Zuges auf einer Seite die Klappsitze entfernt und durch Befestigungsstangen ersetzt. Manchmal wurden Klappsitze auch festgestellt. Zusätzlich zu diesen Fahrradwagen gibt es noch die normalen Mehrzweckabteile, je nachdem, wieviele Wagen der Zug besitzt.

Laut Rückmeldungen aus der Praxis reduzierten sich in den Regionalzügen die Konflikte zwischen Fahrgästen deutlich und liefe die Fahrradbeförderung reibungsloser. Bei der S-Bahn ist man nach meinem Eindruck bei den Zugneubestellungen noch nicht so ganz auf dieser Linie und will wohl mit weniger konsequenten Lösungen arbeiten.