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Berlin-Usedom Radweg Zeichen Der Radweg Berlin-Usedom hat fast schon eine gewisse Berühmtheit erlangt. Für manchen Berliner, der schon immer mal eine kleine Tour im Urlaub radeln wollte, war der Radweg in der Vergangenheit die Einstiegsstrecke schlechthin. smile Für mich als Berliner war es ein Stück des Weges auf einer 1500 km Tour in Nordostdeutschland. Eigentlich ist die Strecke von Trassenheide bis Ahlbeck schon der Ostseeküstenradweg und von Ahlbeck bis Ueckermünde der Oder-Neiße-Radweg. Das letzte Stückchen vor Berlin hätte man fast vernachlässigen können, aber da ich die Strecke von Peenemünde bis Trassenheide bereits gefahren bin, habe ich die Route hier dann doch zusammengestellt.

Vorgänger-Tour: 064: Ostsee-Fernradweg/Ostsee-Küstenradweg von Travemünde bis Ahlbeck (ca. 350 km)

Zwischen-Tour: 069: Oder-Neiße-Radweg von Ahlbeck bis Hohensaaten (ca. 254 km)

Zwischen-Tour: 070: Oder-Havel-Radweg von Hohensaaten bis Finowfurth (ca. 44,6 km)

Tag 1: Peenemünde-Trassenheide

In Peenemünde kann man mit Leichtigkeit zwei Tage mit Besichtigungen und Rundfahrten verbringen. Am Flughafen Peenemünde fahren dreimal täglich Kleinbusse zu einer historischen Führung zum alten Flugfeld Peenemünde, der Heeresversuchsanstalt des Dritten Reiches und dem Standort des ehemaligen 9. Jagdgeschwaders der DDR-Luftwaffe. Ebenso kann man von hieraus Inselrundflüge mit Gyrocoptern oder Helikoptern buchen bzw. ggf. spontan machen.

Einblicke in die Geschichte erhält man im Historisch-Technischen Museum und dem angeblich weltweit größten U-Bootmuseum. Weiterhin gibt es ein Spielzeugmuseum und die Phänomenta. Ebenso kann man von Peenemünde zu den geschützten Inseln Ruden und Greifswalder Oie fahren.

Von Peenemünde fährt man über den Flughafenring vorbei am Flughafen bis zur L264, überquert diese und die Schienen der Bahnlinie und fährt gegenüber auf einem Asphaltradweg ca. 3,5 km weiter nach Karlshagen. Hier müssen die Bahnschienen nochmals überquert werden.

Von den Campingplätzen und Strandferiensiedlungen in Karlshagen gelangt man auf einem langen, teilweise von Birken gesäumten Waldweg nach ca. 3 km nach Trassenheide.

Kartenüberblick:

Karte für Tour 068 Tag 1

Copyright: Contributors of OpenStreetMap (CC-BY-SA 2.0)


Profil der Route:

Profil für Tour 068 Tag 1

 

Tag 2: Trassenheide-Zecherin

In Trassenheide lohnt sich ein Besuch in der Schmetterlingsfarm. Dazu muss man von der Route abweichen und zum Bahnhof Trassenheide an der L264 fahren. Gleich neben dem Bahnhof erstreckt sich das Schmetterlingshaus. Das Vorkommen der Schmetterlinge unterscheidet sich je nach Schlüpfzeitpunkt. Aber es gibt immer etwas zu sehen. Im Nebenbereich kommen Reptilien, Spinnen, Insekten und Präparate hinzu. Man sollte mindestens eine Stunde einplanen und warme Bekleidung draußen ausziehen. T-Shirt/Bluse reicht. Fotokameras müssen erst ca. 15 min an die Temperatur und Luftfeuchtigkeit gewöhnt werden, ehe sie nicht mehr beschlagen.

Von Trassenheide verläuft die Strecke entlang der Promenade bis nach Zinnowitz. Radweg und Fußweg sind teilweise getrennt. Trotzdem ist in der Urlaubszeit viel los und man kann nur langsam fahren.

Von Zinnowitz über Zempin, Koserow, Kölpinsee, Ückeritz nach Bansin verläuft die Route durch teilweise recht hügeligen Wald mit vereinzelten Steigungen bis 16 Grad. Hier ist ab und zu Schieben angesagt. Die Waldwege sind gut befahrbar und recht breit. In Koserow gibt es auf bzw. am Streckelsberg für Fußgänger einen schmalen Weg zu einem Aussichtspunkt, der einen herrlichen Blick auf den Strand vom Ostseebad Kölpinsee bietet. Der Wegpunkt "View Point Streckelsberg" ist nicht präzise sondern nur eine Andeutung! Bitte der Ausschilderung oder dem guten Riecher folgen.

In Bansin folgte dann eine böse Überraschung: Anstatt wie bei Tour 022 eine Promenadenführung von Heringsdorf nach Ahlbeck zu haben, wurde der Fernradweg auf die L266, die Hauptversorgungsstraße zwischen den Ostseebädern, umgeleitet! Der Grund blieb unklar. Im Nachhinein betrachtet, hätte man vermutlich einfach zur Promenade fahren sollen, denn die einzigen, die diese Umleitung mit der Fernradwegbeschilderung ernst nehmen, sind die Radwanderer. Es erscheint unlogisch, dass hunderte von Urlaubern auch "Fahrradsperre" hätten. Die L266 ist jedenfalls rote Zone! Meist zähflüssiger Verkehr auf einspuriger Straße mit entnervten Autofahrern und kaputten, nicht für Radfahrer freigegebenen Fußwegen.

Von Ahlbeck geht es nun Richtung Westen in die etwas ruhigere Zone der Insel abseits vom Ostseebäder-Tourismus. Eigentlich könnte man diese Etappe teilen und beispielsweise Zeit für einen Besuch des Technik- und Zweiradmuseums in Dargen einplanen oder eine Besichtigung der Ausstellung im Anklamer Tor in Usedom. Insbesondere das Museum in Dargen mit seinen zich tausend Sammelobjekten aus der DDR vom Bleistift bis zum Traktor und Bus reicht für stundenlange Besichtigungen.

Die Strecke verläuft vorbei an Wiesen, Weiden und durch Waldabschnitte durch die Ortschaften Koswandt, Garz, Dargen, Prätenow, Gummlin nach Stolpe. In Prätenow kann man ein Wisentgehege besichtigen.

Der Abschnitt zwischen Stolpe und Usedom verläuft durch den Wald. Ab der nachfolgenden Ortschaft Wilhelmshof Ausbau trifft man leider auf 2 km Straße mit völlig zerstörter Asphaltdecke, die über Mönchow bis Karnin verläuft. In Karnin kann man die Reste der Hubbrücke Karnin besichtigen. Am Ufer stehen dazu Informationstafeln zu dieser ehemaligen technischen Miesterleistung.

Über Kölpin erreicht man schließlich Zecherin.

Kartenüberblick:

Karte für Tour 068 Tag 2

Copyright: Contributors of OpenStreetMap (CC-BY-SA 2.0)


Profil der Route:

Profil für Tour 068 Tag 2

 

Tag 3: Zecherin-Ueckermünde

Die Route von Zecherin nach Ueckermünde ist eine gute Fahrstrecke mit durchgehend einheitlicher Ausschilderung. Es entsteht der Eindruck, die Wegstrecke wurde gewissenhaft ausgewählt und individuell präpariert. Dazu gehören neu gebaute Asphaltradwege auf Feld- und Wiesengebiet neben Straßen ebenso wie neu gepflasterte Radwege in Anklam. In den Naturschutz- und Waldgebieten hat man die Radwege mit verdichtetem Sand/Kies präpariert und möglichst um die Bäume herum geführt. Insbesondere nach Anklam auf einer längeren Wirtschaftswegstrecke wurde der geröllige Mittelstreifen der Betonplattenwege mit Asphalt verfüllt. Selbst der in die Jahre gekommene Asphalt läßt sich noch recht gut fahren. Vor Ueckermünde gibt es dann wieder überwiegend Asphaltradweg.

Von Zecherin geht es zunächst in einem großen Westbogen nach Anklam. Über die wiedererbaute Holzbrücke am Hafen gelangt man in die Altstadt und direkt zur wieder eröffneten Nikolaikirche. Sie ist einen Besuch wert, insbesondere die Turmbesteigung. Über 233 Stufen erreicht man die Galerieebene auf ca. 52 m über NN und kann den Rundumblick genießen. Wer mehr Zeit mitbringt, findet in Anklam weitere Museen und Sehenswürdigkeiten zum Besichtigen. Vorschläge dazu findet man in der Kirche. (Hauptsaison 2012 geöffnet von 10-17 Uhr, Stand 27.06.2012)

Anklam wird nach Osten verlassen. Weiter geht es über alte Wirtschaftswege vorbei an Schanzenberg und Gnevezin Richtung Anklamer Fähre. Am Wehr bei der Informationstafel wird rechts in einen Schotterweg eingebogen der nach kurzer Zeit in einen befestigten Sand/Kiesweg übergeht. Die Strecke verläuft hier durch das Naturschutzgebiet Anklamer Stadtbruch und die wiedervernässten Peenewiesen. Eine herrliche Naturlandschaft mit vielen Wasservögeln und einer riesigen Kormorankolonie am gegenüberliegenden Ufer.

Anschließend wird Bugewitz durchgequert und nach der Ortschaft links Richtung Leopoldshagen abgebogen. Hier verläuft die Strecke auf Feld- und befestigten Waldwegen. Nach kurzer Fahrt erreicht man den überdachten Rastplatz "Hohe Heide". Der Radweg überquert kurz danach die L31 und führt anschließend rechts an Leopoldshagen vorbei. Durch den Wald erreicht man Mönkebude, durchquert die Ortschaft und fährt anschließend auf einem Radweg weiter parallel zur L31 nach Grambin. Nach der Ortschaft wird die Brücke über die Zarow überquert und schon ist man in Ueckermünde.

In Ueckermünde kann man das Haffmuseum in der Altstadt besuchen oder den Tierpark, der einen Touch Streichelzoo mit Wildtieren hat. Ebenso kann man durch die Altstadt bummeln und die Vorräte in den Supermärkten auffüllen.

Kartenüberblick:

Karte für Tour 068 Tag 3

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Profil der Route:

Profil für Tour 068 Tag 3

 

Unterbrechung:

Zwischen Ueckermünde und Finowfurth wurden der Oder-Neiße-Radweg und Oder-Havel-Radweg gefahren.

 

Tag 4: Finowfurth - Berlin

Die Kreuzung Oder-Neiße-Radweg/Berlin-Usedom-Radweg liegt ungefähr bei der Unterquerung der A11.

Von Finowfurt geht es gerade durch die Stadt und auf der Biesenthaler Straße weiter Richtung Südosten. Kurz nach dem Ort trifft man links auf einen Wegweiser zum Luftfahrtmuseum Finowfurt. Wer mag, kann hier auf einem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz mehr als 25 Originalflugzeuge, Triebwerke, Kraftfahrzeuge u.v.m. einschließlich einiger der ehemaligen Militärgebäude und Bunker besichtigen.

Nach dem Museum unterquert der Radweg die A11. Hier wird auf den Berlin-Usedom-Radweg gewechselt. Die A11 wird nach ca. 2 km nochmals gequert. In diesem Bereich findet man noch ein Stück Kopfsteinpflasterstraße.

Quer durch ein großes Waldgebiet zieht sich der Radweg Richtung Biesenthal. Die Strecke gestaltet sich bis nach Berlin durchaus hügeliger als erwartet. yell Die Ausschilderung ist wie in Brandenburg gewohnt vorbildlich. Von Biesenthal geht es auf dem Langerönner Weg weiter durch den Wald über Lobetal nach Bernau. In Bernau muss man gut auf die Wegweiser aufpassen oder das Navi, um den Kurs nicht zu verpassen.

Nach der S-Bahnlinie erreicht man die Panke, die hier noch ein dünnes Rinnsal ist. Entlang der Panke verläuft die Route auf gut ausgebauten Radwegen weitgehend abseits der Besiedlung durch Panketal, Buch, Karow nach Blankenburg. An der Straßenkreuzung B109 Pasewalker Straße / Autobahnabfahrt A114 wurde der Radweg Berlin-Usedom verlassen. Er geht noch weiter bis Berlin-Mitte, aber als Berliner muss man ja irgendwann nach Hause abbiegen. wink

Kartenüberblick:

Karte für Tour 068 Tag 4

Copyright: Contributors of OpenStreetMap (CC-BY-SA 2.0)


Profil der Route:

Profil für Tour 068 Tag 4

 

 

Zuletzt gefahren: 12.05.2012 / 26.-27.06.2012 / 02.07.2012
Länge: Tag 1: ca. 14,3 km
Tag 2: ca. 66,5 km
Tag 3: ca. 50,9 km
Tag 4: ca. 42,9 km
Fahrzeit: 4 Tagesetappen
Typ: Streckenkurs
Routenverlauf: Tag 1: Peenemünde, Karlshagen, Trassenheide

Tag 2: Trassenheide, Zinnowitz, Zempin, Koserow, Kölpinsee, Ückeritz, Bansin, Heringsdorf, Ahlbeck, Koswandt, Garz, Dargen, Prätenow, Gummlin, Stolpe, Usedom, Wilhelmshof Ausbau, Mönchow, Karnin, Kölpin, Zecherin

Tag 3: Zecherin, Anklam, Schanzenberg, Gnevezin, Bugewitz, Leopoldshagen, Mönkebude, Grambin, Ueckermünde

Tag 4: Finowfurt, Biesenthal, Lobetal, Bernau, Panketal, Buch, Karow, Blankenburg, Berlin
Besondere Hinweise:
  • Rastplätze: viele Möglichkeiten an der Strecke. Zusätzliche Punkte siehe Track. Die markierten Picknickplätze sind oft Bänke, die nicht unbedingt ganzjährig vorhanden sein müssen.
  • Versorgung: Proviant ratsam. Ansonsten in den größeren Ortschaften.
Landschaft: Ostseeküste, Wiesen, Felder, Wald, Wohngebiete
Wegtypen: Straßen (mit und ohne Fahrradweg)
eigenständig geführte Radwege
gemeinsam genutzte Wege für Fußgänger und Radfahrer
Land- und Forstwirtschaftliche Wege
Wegbeschaffenheit: Asphalt, Pflaster, Kopfsteinpflaster, verdichteter Sand/Kies

Fotos

Peenemünde U-Boot-Museum Peenemünde
Flughafen Peenemünde Schmetterlingsfarm Trassenheide
Ahlbeck Seebrücke Kirche Mönschow
Peenebrücke bei Zecherin Blick von der Nikolaikirche Anklam zu den Peenewiesen
Naturschutzgebiet Anklamer Stadtbruch Radweg bei Leopoldshagen
Stadthafen Ueckermünde Luftfahrtmuseum Finowfurth
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